Geldwäsche fiktiv

Sich über seine Steuerbescheide zu ärgern, macht kreativ. Scheint jedenfalls bei John Le Carré so gewesen zu sein.
Normalerweise ist der Bestsellerautor ja auf Spionage spezialisiert. Für seinen jüngsten Roman „Our Kind of Traitor“ – der Titel der deutschen Ausgabe heißt „Verräter wie wir“ hat er eine neue Art der Geldwäsche erfunden – oder genauer: eine neue Variante.

Und die geht so: Sie kaufen ein Stück Land, am besten eine Insel. Sie bezahlen es in bar und bauen ein Riesenhotel mit vielen Urlaubsbungalows darauf. Das statten Sie mit dem teuersten Interieur aus. Anstatt aber nun gut zahlende Urlauber einziehen zu lassen, erzählen sie jedem Anrufer, Sie seien ausgebucht. Einmal im Monat liefert ein Sicherheitsfahrzeug das Geld bei der Bank ab, das Ihr Hotel angeblich abwirft. Nach ein paar Jahren ist Ihr Geld gewaschen und Sie verkaufen die Anlage mit Gewinn weiter.

„Wenn es funktioniert, wäre es schon eher clever“, merkte die durchaus ehrenwerte Nachrichtenagentur Reuters aus London vor einigen Monaten an. Es können auch Urlaubsdörfer sein oder Autovermietungen sein – „vorausgesetzt, Sie bewältigen den Papierkram“, schreibt der Rezensent.

Ihm scheint das Buch gut gefallen zu haben.

Er habe es in einem Rutsch durchgelesen und frage sich nun, wie verbreitet die Masche mit den schwarzen Hotels ist. Wahrscheinlich eher nicht so sehr, schon mit Blick auf die Unmengen Geld, die Sie dafür brauchen. „Ich nehme an, dass ohne einen legitimen Käufer immer noch Geldwäscherei 1 an Geldwäscherei 2 verkaufen könnte“, überlegt sich der Reuters-Autor. Und davon dürfte es ja auch genug geben, oder? Und Unmengen Schwarzgeld sowieso.

Wer weiß, vielleicht kauft ja schon bald der ein oder andere deutsche Steuersünder die Kykladen oder einen Finger des Peloponnes. Könnte doch sein…

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