Ein Schiff wird kommen…

In China sind gerade zahlreiche Internetnutzer sauer auf die Finanzbehörde. Die hat sich nämlich eine Yacht angeschafft, die „angeblich zum Eintreiben von Steuern auf Inseln genutzt werden soll“, berichtete unter anderem Der Standard aus Österreich.

Möglich, dass das mal wieder nur eine Maßnahme der Beamtenbelustigung ist.

Kaum waren Fotos des 32 Meter langen und umgerechnet knapp 315.000 Euro teuren Schiffs im Internet aufgetaucht, forderten denn auch zahlreiche Menschen eine Untersuchung der Anschaffung durch die Steuerbehörde der Provinz Zhejiang. „Brauchen sie auch Hubschrauber, um in den Bergen die Steuern einzutreiben?“, zitiert Der Standard einen Nutzer im beliebten chinesischen Onlineportal Netease.com. Und die Tageszeitung „Zhujiang Evening News“, die gefordert habe, die Einsätze des Schiffs genau zu kontrollieren. „Es wäre eine Verschwendung von Steuermitteln, wenn die Jacht zu Vergnügungszwecken genutzt wird“, schrieb sie laut Standard.

Vielleicht kann der chinesische Fiskus das Fischerbötchen der besonderen Art ja mit Gewinn wieder losschlagen. Und sich einfach zu Fuß auf die Steuerfahndung machen.

An zahlungskräftigen Käufern scheint in China derzeit alles andere als Mangel zu herrschen. Und um an die Steuern der stolzen Yachtbesitzer zu gelangen, dürfte es fürs erste auch reichen, die Xiamen Marina an der Wuyuan Bay abzuspazieren. Dort plant die Xiamen Road & Bridge Yacht Development Co, ein Staatsunternehmen, einem Bericht von Handelsblatt Online zufolge gerade eines der ehrgeizigsten Bauprojekte an der Südostküste Chinas.

Gut, um die 100.000 Quadratmeter abzulaufen oder zu -fahren, braucht es sicher ein paar Beamte. Die haben dann aber immerhin einen Yachthafen mit 600 Liegeplätzen, ein Zollfreilager, eine riesige Ausstellungshalle und die einzige Werft in China, die öffentlich und von jedermann genutzt werden kann, auf einen Blick. Lohnen dürfte es sich auch. Dem Bericht zufolge haben sich in der Xiamen Marina bereits fast 30 Unternehmen angesiedelt – Händler, Hersteller und Serviceunternehmen – und dort 2010 bereits 45 Millionen Euro umgesetzt.

Auch in der Stadt Tianjin, 150 Kilometer südöstlich der Hauptstadt, könnte es sich dem Bericht zufolge lohnen, ein paar Beamte mehr anzusiedeln. Dort soll am Ende der ultimative chinesische Superhafen entstehen: mit 750 Liegeplätzen für Luxusyachten von bis zu 90 Metern Länge. Auf immerhin 900.000 Quadratmetern.

Und falls Sie nun Lust auf echte Seemannslieder haben – bitteschön: Ein Schiff wird kommen.

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