Elf Billionen? Elf Billionen!

Sagt jedenfalls Bernd Raffelhüschen.

Nicht zwei Billionen. Das steht ja auf der Schuldenuhr drauf, die Sie bestimmt auch aus dem Fernsehen kennen. Die Digitalanzeige hängt in Berlin über der Eingangstür des Bundes der Steuerzahler. Sie zeigt die offizielle Staatsverschuldung an – und wie sie wächst.

Wer ihr glaube, habe die Rechnung ohne Bernd Raffelhüschen gemacht, schreibt die Main-Post in einem Bericht über einen Vortrag des auf demographischen Wandel und Sozialsysteme spezialisierte Professors für Finanzwissenschaft beim 20. Forum für Zukunftsfragen vor der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft. Dort liefert Raffelhüschen seine Schockerzahl. „Eine gute Stunde jongliert der bekannte Professor für Finanzwirtschaft und Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge, mit Zahlen und kommt dann dank der „heimlichen Staatsschulden“, auf elf Billionen. Und er nennt die „realistisch optimistisch““, berichtet das Blatt.

Erstmal das demografische Problem Deutschlands. Das Raffelhüschen launig darauf zurückführt, dass die jetzt 40- bis 55-Jährigen bei der Fortpflanzung „ähnlich erfolgreich waren wie eine gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft“.

Klar, ist bekannt: „Immer weniger Verdienende müssen für immer mehr Rentner aufkommen, die immer älter und wahrscheinlich pflegebedürftig und dement werden. „Das ist nicht mehr rückgängig zu machen“, bilanziert der Finanzwissenschaftler. Bezahlen müssten die so entstehende Lücke natürlich die Jungen, mit höheren Beiträgen zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Wegen der dafür nötigen mehr als 40 Prozent sehe der Professor massive Generationskonflikte aufziehen, schreibt die Zeitung.

Und dann die Staatsverschuldung, die selbst in Jahren mit Rekordeinnahmen immer weiter gewachsen sei. Mit der Zinsbelastung als zweitgrößtem Haushaltsposten und all den absehbaren Problemen „wäre ein solider Kaufmann zu Rückstellungen verpflichtet“, schreibt die Main-Post. Der Staat dagegen verhalte sich Raffelhüschen zufolge wie ein „Minderkaufmann“. Also ein „Kioskbetreiber mit geringem Umsatz, der nur Einnahmen, Ausgaben und Überschuss bilanziert“.

Selbst für die dramatisch ansteigenden Beamtenpensionen werde so gut wie keine Vorsorge getroffen, beschwert sich Raffelhüschen. Und wer jetzt auf Griechenland zeige, der sollte auch an das Saarland oder Bremen denken, denen in vergleichbarer Weise unter die Arme gegriffen werde.

„Hausaufgaben machen“, fordert Raffelhüschen. Bei der Rente sei es ja auch gelungen, mit völlig unverständlichen Begriffen massive Kürzungen zu verfügen, berichtet die Zeitung. Weniger Sozialstaat, mehr Investitionen, fordert er.

Hausaufgaben machen fordern ja derzeit so einige. An Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schrieb kürzlich dazu das Satiremagazin Titanic: „Wir erst mal so: hä? Aber dann haben wir echt mal nachgeguckt, was eigentlich auf ist: fiese Kopfnüsse in Mathe, echt ätzender Stoff in WiPo und Geschi und vooooll die hammerschweren Fragen in Erde!“

Ob die Boygroup aus Frankfurt die noch erledigt bekommt und wie, das können Sie hier nachlesen.

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