Entschuldigung? Wofür?

Neulich habe ich mich mal wieder gewundert. Sie haben vielleicht mitbekommen, dass unser Herr Bundesfinanzminister während der Parlamentsdebatte über das 130-Milliarden-Euro-Verschenkgesetz (Rettungspaket) beim Sudoku-Spiel erwischt wurde.

Peinlich aber wahr für Wolfgang Schäuble.

Und natürlich hochinteressant für die Zuschauer, mit was sich der verantwortliche Minister da so beschäftigt, wenn es um die Steuergelder bestimmt der nächsten Generation gleich mit geht. Umso verwunderlicher finde ich das Nachspiel, das der Bericht hat – in jeder Hinsicht.

Schon merkwürdig, dass sich der Bundestag beim NDR beschwert, weil er gegen die Hausordnung verstoßen habe. Die sagt einem Bericht des NDR-Medienmagazins Zapp zufolge, im Dokument von den Abgeordneten benutzte Dokumente dürften nicht abgebildet werden. Wusste gar nicht, dass das Sudoku-Spiel auf dem Laptop des Ministers ein Dokument ist. Zu gern würde ich es unter „Netter Versuch“ verbuchen.

Aber was macht der verantwortliche Leiter des ARD Hauptstadtstudios, Ulrich Deppendorf? Ruft im Bundestag an und sagt: Entschuldigung. Soll nicht wieder vorkommen. Ich wundere mich schon. Immerhin saß Schäuble in aller Öffentlichkeit mit dem Spiel herum. Und hätte ich auch gedacht, dass das Recht der Öffentlichkeit zu erfahren, mit was sich der Finanzminister bei einer so wichtigen Debatte beschäftigt, höher steht, als ein mutwillig ausgelegter Paragraph aus der Hausordnung.

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